Am Samstag startete die Party zum Release des "Sounds and the City"-Samplers im Hoppegarden.
Die ungeliebte Startposition hatte die Punkrock-Band Disruptive Minds. Sie rockten den Hoppegarden mit ohrenbetäubender Lautstärke und in gewohnter Qualität.
Die Jungs gaben ihr Bestes, allerdings macht es sich das Publikum eher mit einem Bierchen auf den Stühlen gemütlich. Da der Raum noch nicht gut gefüllt war, fehlte vielleicht der Mut oder Anreiz sich vor der Bühne zu bewegen. Ein typisches Phänomen der Startposition.
Die kürzeste Show des Abends lieferten Tonträger. Obwohl sie nach eigenen Angaben nicht ganz fit waren, boten sie eine gute Show. Man merkte, dass Hamms beste Band 2008 viele Leute in den Hoppegarden lockte, denn es wurde sichtlich voller. Sie zeigten wieder mal ihr individuelles Spektrum mit Songs wie "Wenn du gehst" - welche vielen direkt ins Bein gingen - und eher chilligen Klängen wie "Ganz leicht". Der Auftritt lief also frei nach dem Motto: "In der Kürze liegt die Würze".
Was erwartet man, wenn Curklin spielt? Viele, viele Synthesizer auf der Bühne und den typischen, unvergleichlichen, psychedelischen Sound. Genau dies boten sie an diesem Abend in gewohnter Weise, sodass eingefleischte Curklin-Fans voll auf ihre Kosten kamen. Neben Klassikern wie "Radical" bekam man mit Songs wie "Black is Black" einen guten Eindruck vom neuen Album "How to collapse and rise". Seltsamerweise verließen viele Leute bei den letzten beiden Songs den Raum.
Als nächstes folgte die härteste Band des Abends: Rules of Engagement. Hier versammelten sich die Metalheads vor der Bühne und schwangen ihre Haarpracht. Man merkte deutlich, dass sie ihren festen Fankreis hatten, was für einen gut gefüllten Raum sorgte. Es wurde viel geheadbangt, wogegen ihre Apelle zum Moshen eher dezent ignoriert wurden. Somit war es ein typisches, lautes, brachiales und "haariges" Rules-Konzert.
Bei der letzten Band Mission to Mars sorgte die Uhrzeit dafür, dass das jüngere Publikum fast ganz verschwand und dadurch der Hoppegarden merklich leerer wurde. Man sah der Band an, dass sie nach der langen Pause richtig viel Spaß hatten, wieder auf der Bühne zu stehen. M2M versuchten ehrgeizig, das Publikum in die Show miteinzubeziehen. So z.B. durch einen Halleluja-Kanon. Die Zuschauer, die hartnäckig bis zum Ende durchhielten, bekamen zudem die "Weltpremiere" des neuen Songs "Don't wait" zu hören.
Nun zum Fazit: Wir sitzen hier im Extrablatt mit dickem Schädel, piependen Ohren und müssen feststellen, es war seit langem mal wieder der für uns beste Rockabend in Hamm (auch wenn zwischendurch ein tropisches Klima herrschte). Egal, ob wir uns vor der Bühne zum Affen gemacht haben, ob wir von anderen Leuten schief angeguckt wurden: Wir hatten Spaß!


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