Eigentlich sollte es beim Stoffbunker SkateJam Bandcontest nur einen Sieger geben, der den Preis bekommt und zwei Tage in den Arise Studios aufnehmen darf. Aber die Jury, bestehend aus Patrick Sommer (Ex-Viva Moderator), Marco Wagner (Leiter des JuZe Südstraße), Reiner Schauff (Moshcircus) und dem Publikum entschieden sich noch für einen zweiten Platz. Somit sind die Sieger des Abends Fs-ninety8 und Mindreader.
Der Abend begann mit "utopia:banished", die bereits vor ein paar Monaten bei Radbod Rockt zu sehen waren. Ihre experimentelle Mischung aus Rock und Industrial bekommt man auf Hamms Bühnen nicht all zu oft geboten. Die Band machte einen reservierten, fast abwesenden Eindruck, während sie einen Song nach dem anderen spielte, ohne das Publikum in irgendeiner Weise einzubeziehen. Leider war es wie bei jeder Startposition: die relativ wenigen Leute standen meist regungslos, teilweise fußwippend herum und hörten einfach zu.
Dies sollte sich bei der nächsten Band ändern. Bloodsoaked bot mit Hardcore Metal den härtesten Sound des Abends. Vor der Bühne versammelte sich eine kleine Gruppe zu aggressivem, brutalen moshen und violent dancen. Die übrigen Zuschauer verfolgten dies ziemlich skeptisch. Immerhin schaffte es Bloodsoaked das Publikum zu animieren: der erste Circle Pit kam zustande und der Sänger Chris teilte mit der ersten Reihe das Mikrofon. Dafür erntete die Band am Ende einen riesen Applaus und viele Zugabe-Rufe.
Nach einer kurzen Pause ging es mit "Anothermind" weiter. Die Jungs wissen eigentlich wie man das Publikum zum mitmachen animieren kann, doch auch nach mehrfachem Auffordern weiter nach vorne zu kommen, rührten sich nur wenige. Erst nach einer abwechslungsreichen Bühnenshow mit Sitzpogo und Superhelden-Kostümen (bestehend aus auf den Kopf gesetzen Sixpack-Kartons^^), begann die Stimmung ausgelassener zu werden. Spätestens bei ihrer Döner-Hymne wurde gesprungen, getanzt und mitgesungen. Alles in Allem hatten Anothermind aber schon bessere Auftritte.
Es folgte die Band, die aufs Siegertreppchen steigen sollte: Fs-ninety8 aus Witten. Ihr mitreißender Skate-Punk-Rock kam beim Publikum gut an. Es gab Bewegung sowohl vor als auch auf der Bühne und neben den üblichen Ansagen boten sie kleine Storys zu einzelnen Songs: Da die Band am Mittag schon beim Skate-Jam war, erzählte der Sänger von seinem ersten Skateversuch, der nach 5 Minuten im Krankenhaus endete, woraus der Song "2 stoned 4 skating" entstand. Statt Sitz-Pogo forderte die Band eine Sitz-Wall-of-Death. Diese endete in einem großen Menschenhaufen, aber die Stimmung war hier wohl an ihrem Höhepunkt angekommen.
Als "Mindreader" als letzte Band gegen 24 Uhr die Bühne betraten, war es schon deutlich leerer. Viele Leute saßen draußen oder machten es sich auf den Tischen gemütlich. Nur wenige ließen sich zum tanzen und headbanging motivieren. Dabei hätte ihr kraftvoller eingängiger Stoner Rock durchaus mehr Publikum verdient. Für Mindreader wurde von der Jury noch ein zweiter Platz vergeben und so können auch sie sich freuen, für einen Tag in den Hammer Arise-Studios aufnehmen zu können.
Nach einer rund 10-minütigen Pause, in der sich die Juroren zusammen gesetzt und die Sieger gewählt haben, wurde das Ergebnis verkündet. Meiner Meinung nach war es etwas zu langatmig (nachdem erst paar Mal verkündet wurde, dass Horst Köhler der Gewinner ist), aber das ist bei Preisverleihungen nichts Neues. Etwas umständlich war die Auszählung der Publikumsstimmen: nach jeder Band wurde per Handzeichen abgestimmt und durchgezählt, dabei hatte jeder Gast eine Stimme pro Band. Eine Abstimmung per Wahlzettel nachdem alle Bands gespielt haben, wäre vielleicht besser gewesen.
Zusammengefasst kann man sagen, dass es ein gelungener Abend mit guten Bands war, die Stimmung allerdings hätte noch besser sein können.


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